Lehrerinnen und Lehrer einstellen, bevor Arbeitsmarkt leer gefegt ist

11.05.2011

Die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN MARIE LUISE VON HALEM hat die Landesregierung aufgefordert, den Einstellungskorridor für Lehrkräfte in diesem Jahr von derzeit 150 auf 300 bis 400 Stellen zu erweitern. Andernfalls werde man in kommenden Jahren aufgrund des bundesweit zunehmenden Lehrerbedarfs nicht genug Personal finden, um die Lehrer-Schüler-Relation in Brandenburg beibehalten zu können. Frau VON HALEM reagierte auf einen Offenen Brief von 35 LehramtsanwärterInnen aus dem Großraum Potsdam, die nach Abschluss ihrer Ausbildung nicht in den Landesdienst übernommen werden.

MARIE LUISE VON HALEM verwies darauf, dass die Sicherstellung der Schüler-Lehrer-Relation von 15,4 allein noch keinerlei Verbesserung des Bildungsangebots darstelle. „Wenn allerdings nicht einmal dieses Ziel erreicht wird, ist das eine bildungspolitische Bankrotterklärung.

„Man muss den Brandenburger Referendaren heute eine Perspektive bieten, sonst gehen sie in andere Bundesländer. Brandenburg wird es sich nicht leisten können, hier ausgebildete Pädagogen in kommenden Jahren wieder zurück zu holen. Dann würde man ihnen mehr bieten müssen, als eine Lehrkraft beispielsweise in Hessen, Hamburg oder Niedersachsen heute an Gehalt bekommt.

Die 35 Referendare aus dem Großraum Potsdam sehen Aussagen von Münchs Vorgänger Holger Rupprecht anlässlich ihrer Vereidigungsfeier vor nicht mal zwei Jahren gebrochen, jedem Brandenburger Lehramtsanwärter mit gutem Abschluss würde eine Stelle angeboten.

Das Land dürfe nicht nur auf Grundlage des Bedarfs des kommenden Schuljahres planen, um die im rot-roten Koalitionsvertrag verankerte Schüler-Lehrer-Relation von 15,4 mittelfristig zu halten. Auf dem Arbeitsmarkt würden in den kommenden Jahren nicht genügend Lehrkräfte zur Verfügung stehen, um diese Relation sicherzustellen. Nach Berechnungen der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN läuft die derzeitige Personalplanung des Ministeriums darauf hinaus, dass in den letzten drei Schuljahren der Legislaturperiode (2012/13; 2013/14; 2014/15) rund 2000 zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden müssten, um die Schüler-Lehrer-Relation von 15,4 zu erreichen.



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